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Durch Emmelinens Anblick gerade in dem Zu⸗ ſtande, gerade als Braut eines Andern, waren die kaum verharſchten Wunden aufgeriſſen worden, und ſie bluteten mit doppelter Kraft. Wilhelm hatte die groͤßte Angſt um ſeines geliebten Freundes Ge⸗ ſundheit, er fuͤrchtete, die Krankheit moͤchte durch das Ereigniß einen Ruͤckfall bekommen.
Vor Allem beſchaftigte die drei Juͤnglinge die Frage, wer denn eigentlich jener Arnsberg oder Lord Weir ſei, der in Goͤttingen als Baier gegolten, hier allgemein fuͤr einen ſehr reichen Engländer gehalten wurde. Daß er wirklich ein Englaͤnder ſei, kam Al⸗ len ſehr wahrſcheinlich vor, dafuͤr zeugte ſein gan⸗ zes ußere, das Fremdbetonte ſeiner Sprache und hundert Kleinigkeiten, die alle hervorgeſucht wurden. Wilhelm und Eduard wiederholten ſich ganz genau ihr Leben mit ihm in Gottingen, ſetzten der Lady Wilmeſon Betragen gegen ihn hinzu, welches Eich⸗ ler noch einmal treu berichtete; aber man brachte doch am Ende nicht mehr heraus, als daß er ein Liebhaber erſter Claſſe von der Lady ſein muͤſſe. Warum er ſie aber nicht geheirathet, warum er in Goͤttingen ſeinen wahren Namen nicht genannt, wa⸗ rum er ſo heimlich mit ihnen gethan, ſo plötzlich abgereiſ't ſei, um hier ſeine alte Rolle fort zu ſpie⸗
len, das Alles konnten ſie ſich nicht erklären, und
das Geheimniß blieb verhuͤllt, wie vorher. In der erſten Aufwallung wollte ſich Wilhelm an den Lord Weir ſelber wenden, wollte eine Er⸗
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