Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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und idealiſch ausbildete, hatten ihm einen Ueberblick uͤber das Ganze der Menſchheit verſchafft.

Eduard und Wilhelm wurden mit jedem Tage reicher und erfahrener. Es war ihnen ein neues Le⸗ ben aufgegangen. In ſtetem Umgang mit Kuͤnſt⸗ lern, konnten ſie dem Drange nicht widerſtehen, ſelbſt Pinſel und Palette zur Hand zu nehmen; und Eduard, der ſchon fruͤher der Zeichnenkunſt gehuldigt hatte, machte reißende Fortſchritte. Manche begei⸗ ſterte Schilderung von ihrem Kuͤnſtlerleben flog nach Hannover, manches Gemälde wanderte in Anna's Stuͤbchen. 2

An Weiterreiſen war bei unſern Freunden nich zu denken; ſie würden von zu ſchoͤnen Banden ge⸗ feſſelt.

So waren drei Monate wie ein ſchoͤner Traum vergangen, als Meiſter Ewald Briefe von England erhielt. So freudig, ſo kindlich froh hatte ihn Eich⸗ ler noch nie geſehen.

Morgen reiſe ich nach London! rief er aus. Lieber Janny, willſt Du keinen Gruß an die Lady Mary beſtellen?

Sein Entzuͤcken kannte keine Grenzen. Er plau⸗ derte gegen ſeine Gewohnheit ſehr viel; ſprach von ſeiner gluͤcklichen Zukunft im Kreiſe ſeiner Familie und berichtete den, durch ſeine Froͤhlichkeit erheiter⸗ ten Juͤnglingen, daß er ſein langverlorenes Weib wieder gefunden habe. An eine zuſammenhaͤngende Erzählung war bei ihm nicht zu denken, denn das