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fuͤr die Natur begeiſtert ſein, oder die guͤtige Mut⸗ ter vergaß ihm eine Seele einzuhauchen und brann⸗ te nur den Lebensgeiſt an. Eduard ſtroͤmte ſein Ge⸗ fuhl in neue Geſaͤnge uͤber; Wilhelm ſchrieb die gluͤ⸗ hendſten Schilderungen in ſein Tagebuch und traͤum⸗ te ſich ſeine Anna an jedem ſchoͤnen Plaͤtzchen, in je⸗ dem Kahn auf den ſchaukelnden Wellen in ſeinen Ar⸗ men, und Eichler kopirte die ſchoͤnſten Partien, ſie als Ergaͤnzung dem Tagebuche beizulegen.
Von Regensburg aus eilten ſie nach Muͤnchen.
Es war ein mildfreundlicher Abend, als ſie die Koͤnigsſtadt begruͤßten. Die Glocken riefen zum Abendgebet; von Eduards Wongen floſſen Thränen der Wehmuth. Die neuen Gegenſtände, die den Rei⸗ ſenden, der die freie Natur gewohnt iſt, ploͤtzlich ſo ſehr anſprechen, machten auf die gereizte Stimmung der drei Juͤnglinge einen ganz beſonders ſtarken Ein⸗ druck. Wilhelm und Eduard wollten ſich von Eich⸗ ler trennen, aber er bat ſie, ihn zum Meiſter zu begleiten, damit ſie mit ihm die Freude des Wieder⸗ ſehns genießen moͤchten, und er bat ſo dringend, daß ſie ihm folgten.
Sie traten in das von der Abendglut matt er⸗ leuchtete Zimmer. Eine majeſtaͤtiſche Geſtalt trat ihnen entgegen. Ein hoher kraͤftiger Wuchs, geziert durch die edelſte Haltung, eine freie erhabene Stirn, von einzelnen ſchwarzen Locken umſpielt, war das Erſte was lebhaft auf Eduard und Wilhelm wirkte. Der Meiſter druͤckte den Schuͤler an die Bruſt und ſprach


