„Als wir nach Muͤnchen zuruckkamen, erfuhr ich, daß Lady Wilmeſon ſchon lange abweſend war. Zu Zeiten war ſie in Muͤnchen geweſen, dann aber wieder abgereiſ't, wohin? wußte Niemand. Meiſter Ewald ſprach nie von ihr; er war fruͤher nicht gern in ihrer Geſellſchaft geweſen.“
„Vor zwei Jahren ging ich auf Anrathen mei⸗ nes Meiſters nach Dresden. Nun kehre ich wieder zu ihm zuruͤck, um mich nie von ihm zu trennen.“
Mancherlei heimliche Ahnungen und Vermuthun⸗ gen uͤber Lady Wilmeſon ſtiegen in der Juͤnglinge Seelen auf. Sie hatten wieder ein neues Licht uͤber ſie und doch noch keine volle Klarheit. Was dieſe ſonderbare Englaͤnderin mit Eduards Schickſal zu thun habe, konnte ſich doch Keiner erklaͤren. Sie hofften, in Muͤnchen von Meiſter Ewald etwas Naͤheres dar⸗ uͤber zu erfahren.
Die Reiſe der drei hochherzigen Jünglinge ging in luſtiger Abwechſelung immer weiter. Sie durch⸗ zogen das romantiſche Erzgebirge, beſuchten des Wan⸗ derers Seume Grab in DToͤplitz und ſtiegen dann nach Boͤhmen hinuͤber. In Eger fanden ſie wieder Nachrichten von Anna, welche den Juͤnglingen ein noch hoͤheres poetiſches Leben einhauchten, deſſen Reiz auch auf den neu gewonnenen Freund uͤberging. Man beſchloß erſt in Muͤnchen zu antworten. Karls⸗ bad wurde begruͤßt und die alte Prag durchwandert; von da eilten ſie ſchnell nach den romantiſchen ufern der Donau. Wer an der Donau hinzog, der muß


