ihn größeres unglück betreffen, denn meine Mutter, obgleich ſtark im erſten Rauſche, trug ſich immer mit dem quaͤlenden Gedanken, daß ſie ſich an ihren Eltern verſuͤndigt habe und daß der Fluch derſelben auf ihr laſte. So ſehr auch mein Vater bemuͤht war, dieſe Furien zu verſcheuchen; es gelang ihm nicht. Sie verſank in immer tiefere Schwermuth, und als ſie die Nachricht erhielt, daß ihre Mutter geſtorben ſei, da welkte auch ihre Bluͤthe, und nach einigen Wochen war auch ich mutterlos. Mein Va⸗ ter trank aus dieſem fuͤrchterlichen Schickſal einen Menſchenhaß, der ihm blieb; denn er hatte ſeine Li⸗ na unausſprechlich geliebt. Seine Kunſt hatte ihm in der Marktſtadt der Welt eine, in finanzieller Hin⸗ ſicht, hoͤchſt vortheilhafte Lage verſchafft. Ihn ſetzte vorzuͤglich ein junger geiſtreicher Lord in Nahrung, der fruͤher lange in Deutſchland zugebracht, dann in London eine der reichſten Partien gemacht, aber mit meinem Vater gleiches ungluͤck gehabt hatte; denn im erſten Kindbette war ihm ſein junges, lie⸗ benswuͤrdiges Weib geſtorben und hatte ihm eine Tochter hinterlaſſen. um ſich zu zerſtreuen, trieb er fleißig Muſik und fand hier ſeinen Mann in meinem Vater. Sie wurden bald Freunde und mein Päter wurde von dem Lord in ſein glaͤnzendes Haus einge⸗ fuͤhrt. Dort lernte er einen deutſchen Maler ken⸗ nen, der ſchon lange Hausfreund war, eine hohe poetiſche Natur, ein Mann mit allen Gaben ausge⸗ ſtattet, die den Menſchen als Gottes Meiſterſtuͤck be⸗
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