32
men nach Muͤnchen. In Dresden hielten ſie ſich lange auf und ihre ganze Zeit war der Kunſt ge⸗ widmet. Sie waren täglich auf der Gemaͤldegalle⸗ rie, beſuchten die Malerakademie und machten man⸗ che ſchoͤne Bekanntſchaft. Vorzuͤglich wurden ſie von den hiſtoriſchen Stuͤcken eines jungen Malers, Na⸗ mens Eichler, angezogen. Allé ſeine Arbeiten hat⸗ ten etwas Edeles, Außergewoͤhnliches; ſeine Figuren ſchienen zu leben, und die Gruppirungen waren mei⸗ ſterhaft. Ein tiefes Studium der Alten und ein in ſich Aufnehmen der griechiſchen und roͤmiſchen Welt war in ſeinen Stuͤcken nicht zu verkennen. Die beiden Freunde ſchloſſen ſich an ihn und fanden in ihm einen Menſchen, der fruͤh ſeine Be⸗ ſtimmung erkannt hatte und von tuͤchtigen Lehrern gebildet war. Er hatte eine großartige Weltan⸗ ſchauung und wußte, was er in der Bruſt trug, eben ſo großartig auf die Leinwand zu zaubern. Mit faſt uͤbertriebener Verehrung ſprach er von feinem Lehrer, und zeigte den Freunden einige Stuͤcke von ihm, die in der That Alles uͤbertrafen, was die beiden noch geſehen hatten.„Dieſen außerordentli⸗ chen Mann muͤſſen wir kennen lernen, um zu ver⸗ ſtehen, was das Leben iſt. Und wenn wir Alle das Goͤttliche ahnen, er verſteht es, er faßt es, er weiß es zu enthuͤllen und in ſeiner einfachen unendlichen Schoͤnheit darzuſtellen.“ So rief der junge Mann
oft begeiſtert aus; und als er hoͤrte, daß die Beiden
nach Muͤnchen gehen wollten, konnte er ſeine Freude
*


