Muthmaßungen, doch konnten ſie zu keinem befrie⸗ digenden Reſultate gelangen.
Einige Tage darauf waren ſie bei Arnsberg zu⸗ ſammen, der ſich unterdeß ziemlich erholt hatte. Da kam der Brieftraͤger. Arnsberg ergriff mit zittern⸗ der Hand und einer nicht zu verbergenden Freude den dargebotenen Brief. Golding, der ihm ſolchen uͤbergab, glaubte in der Aufſchrift die Hand zu er⸗ kennen, welche ihm das Billet aus der Krone ge⸗ ſchrieben hatte. Dieſes fiel ihm ſehr auf, aber noch mehr die Verlegenheit, welche er in Arnsbergs Ge⸗ ſicht, waͤhrend des Leſens zu bemerken glaubte.
Ohne ein Wort zu reden, brach jener den Brief zuſammen und verſchloß ihn. Es war etwas Frem⸗ des zwiſchen die jungen Leute getreten, denn die un⸗ terhaltung blieb einſilbig und trocken, und die beiden Freunde fanden fur gut, ſich vald zu entfernen.
Als ſie auf der Straße waren, fragte Golding ſeinen Wilhelm, ob er nichts an Arnsberg nach Le⸗ ſung des Briefes bemerkt habe?
„„Wohl habe ich es, gegenredete dieſer:„und das recht viel. Eine dunkele Glut ſtieg plotzlich in ſein bleiches Geſicht, als er des Briefes händig wur⸗ de, und eine, an ihm noch nicht bemerkte, Freude druckte ſich während des Leſens in allen ſeinen Zuͤ⸗ gen aus. Er erhob ſich auch, gleichſam neu ge⸗ ſtärkt, vom Lager, und ging zum erſtenmale ohne Wanken wieder zu ſeinem Pulte, um den Brief zu verſchließen.“


