Liebe mit einem Blick, der, von himmliſchen Idea⸗ len entzückt, verklart ſtrahlte. Das war ein Blick, der dem meinigen begegnete, wie verwandte Engel ſich gruͤßen moͤgen im gleichen Aufſchwung nach dem ewigen Licht.“
„Ihre Briefe blieben immer die verkoͤrperten Gedanken, welche jener Blick geiſtig mir verrieth. Aber als ich zuruͤck kam, als ich meine Arme aus⸗ breitete, ſie an die, von ſeligen Gefuͤhlen berauſch⸗ te, Bruſt zu preſſen, trat ſie mir mit hoflicher Ver⸗ beugung entgegen, und hinter ihr ſtand meine Schwe⸗ ſter und die Wilmeſon. Ich ſchrieb die Kaͤlte dieſes Empfanges der Anweſenheit dieſer Beiden zu, aber ich habe leider! gefunden, daß, trotz den Verſiche⸗ rungen ihrer Liebe, ein fremder Geiſt ſie von mir geriſſen hat; ich hoffe die Zeit wird ihn bannen und meine Treue, meine heilige Liebe zu ihr. So lange dieſe Bruſt ſchlägt, wird ſie nicht aufhoͤren, Emme⸗ linen zu lieben, die mir zuerſt die Roſenhimmel der Liebe oͤffnete.“
Noch manch freundliches Wort koſeten die Freunde⸗ und ſchloſſen ſich des Herzens Innerſtes auf; viel von ihren Hoffnungen und ihrem zukuͤnftigen Leben, viel auch von der Vergangenheit; beſprachen ſich dann uber das morgende Duell und langten auf ihren Ro⸗ ſinanten wohlbehalten in Goͤttingen an. Am Grohn⸗ der Thore gab Golding ſein Pferd Schmerzing, um es dem Philiſter zu überliefern; er ſelbſt ging uͤber den Wall nach dem Weender Thore, um bei einem


