24
ſo wenig, als damals, näher damit bekannt. Als ich einſt in den Ferien nach Hauſe kam, verkuͤndete mir mein theurer Pfarrer, daß durch den Krieg zwi⸗ ſchen ihm und unſern Angehoͤrigen aller Verkehr auf⸗ gehoben ſey, und man von dort ſchwerlich Nachrich⸗ ten zu hoffen habe; da er nun meinem Oheim feier⸗ lich verſprochen, gegen mich nicht zu plaudern, ſon⸗ dern die Zeit zu erwarten, wo unſere Mutter uns ſelbſt in ihre Arme ſchließen wuͤrde, ſo habe er alle naͤhern umſtaͤnde uͤber unſere Geburt und Stand niedergeſchrieben und in ſeinem Pult niedergelegt. Im Fall ihm fruͤher etwas aufſtieße und er ſterben ſollte, ſo waͤren wir im Beſitz des Geheimniſſes.“ „Ich ging nach Hannover zuruͤck und beküm⸗ merte mich in der That wenig mehr um jenes Ge⸗ heimniß, denn andere Gedanken beſchaͤftigten meinen Geiſt. Mir war in deinem elterlichen Hauſe der Himmel der erſten Liebe aufgegangen. Lieber Wil⸗ helm! erinnerſt du dich noch jedes Augenblickes, wenn ich wonneberauſcht durch Emmelinen's Feuerblicke, durch den leiſeſten Druck ihrer Hand, zum entkoͤr⸗ perten Geiſt entzuͤckt, auf dein Zimmer, in deine Arme ſtuͤrzte, und oft ſtundenlang da lag, faſt ohne Beſinnung, ohne Leben, nur eine Empfindung, ein glühender Strom durch die Seele, der alle andere Gedanken mit fortriß und verſchlang? Oder wenn ich des Abends auf dem Altan deines Hauſes ſtand und der Mond uns beſchien, wie raſete ich fuͤrchter⸗ lich, faſt aufgerieben von dem entſetzlichſten Ent⸗ zuͤcken,


