Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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vorher beſchenkt; mich ſtattete er vorzuͤglich mit vie⸗ len Buͤchern und neuen Anzuͤgen aus. Doch uͤber unſere Familienverhaͤltniſſe ſprach er kein Wort; auch Golding hatte daruͤber nicht wieder geſprochen. Als die beiden Freunde ſich trennten und der ſchoͤne, große, ernſte Mann ſein Pferd beſtieg, fragte er uns mit faſt weicher Stimme: nun? ſoll ich keinen Gruß an eure Mutter beſtellen? Ich kenne keine Mutter! rief ich trotzig aus, aber Anna lag in ſeinen Armen und weinte kindliche Thraͤnen, daß auch in ſeine großen ſchwarzen Augen Perlen traten und die Wange feuchteten. Ich wußte in der That nicht, ob ich meine Mutter lieben oder haſſen ſollte; denn eine Mutter, die ihre Kinder in ein fernes Land ſchickt und Jahre lang nicht ſieht, paßte ſo wenig zu mei⸗ nem Ideal, daß ich mich einer ſolchen Mutter ſchä⸗ men zu muͤſſen glaubte.

Nach zwei Monaten mußte ich das ſtille Dorf⸗ chen, den holden Platz meiner Jugendſpiele und Traͤume, das traute Aſyl meines hoͤchſten Lebens⸗ gluͤcks verlaſſen; ich mußte aus dem freundlichen Pfarrhaͤuschen, das mir das ſchoͤnſte Haus in der Welt ſchien, ich mußte den Kirchhof verlaſſen, wo ich mit Matthiſon getraͤumt, ich mußte von dem Weiher, wo ich mit Salis geſeufzt hatte.

Es war gewiß der traurigſte Tag meines Le⸗ bens, als ich von meiner Schweſter Abſchied nahm und mit meinem lieben Pflegevater nach Hannover fuhr. Ach! als er nun auch von mir ging, als der