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Abendroth durchpurpurt, ein Feuerſtrom, gluͤhend und doch feucht, wie die ewige Sehnſucht zugleich in Flammen gluͤht und in Thraͤnen ſchwimmt. unendliche Wehmuth hatte die beiden Freunde ergriffen, und uͤber Golding's bleichende Wange ſtahl ſich eine Thraͤne, vom Abendroth vergoldet. Sanfte Kuͤhle durchfluthete die Luft nach dem ſchwuͤlen Tag, leiſe ſtieg die Daͤmmerung hernieder, aber feuriger flimmerte das Spaͤtroth am Weſthim⸗ mel. Da toͤnte die Abendglocke aus der Stadt her⸗ uͤber, und unten herauf von einem Kahn, der auf der Weſer hinabſchwamm, hallte ein Lied, von Flo⸗ ten begleitet:
Woher die Purpurfluth? Woher die Abendglut? Dort oben dort kommen Die Gluten gezogen, Da unten die Wogen So leiſe geſchwommen; Woher, ach woher?
Wohin, du kuͤhle Fluth? Wohin, du Purpurglut? Die Glut iſt verglommen, Der Glanz iſt entflogen, Voruͤber geſchwommen Sind Wellen und Wogen; Wohin, ach wohin?


