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Woher, du Sehnſuchtsdrang? Woher, du inn'rer Klang? Es zittert ein Sehnen
Durch fuͤhlende Herzen;
Es fließen die Thraͤnen
Der wonnigen Schmerzen, Wohin, ach wohin?
Eben zuckte noch das letzte Spätroth, in dun⸗ keln Carmin verwandelt, an einer großen ſchwarz⸗ blauen Wolkenmaſſe herauf und ſtrahlte noch ein Mal in Golding's Geſicht wieder, der da ſtand, wie vom Glanze einer hoͤhern Welt umſchimmert, mit verklärtem Antlitz, die großen blauen Augen hinauf⸗ ſchlagend zur ewigen Blaͤue, wo ſie das Ideal zu ſchauen hofften, das in dieſes ſinnigen Juͤnglings Seele in Roſenlicht gehullt auftauchte, das ſeine Traume belebte und ihn ſelbſt hoch uͤber der gemei⸗ nen Wirklichkeit Schranken emporhob. Da ahnete auch Schmerzing, daß es Stunden der Weihe gebe im Leben, daß uns das Göttliche oft umwehe mit Fruͤhlingshauch, daß das Leben eine hohe Bedeutung habe, die bis jetzt ſpurlos an ihm voruͤbergegangen war. Schweigend ſank er in Golding's geoͤffnete Arme und fuͤhlte in dieſem Augenblick den gottlich⸗ tiefen Sinn der Worte: Freundſchaft, Liebe. Gefuͤhle, die ihn nie beſchlichen hatten, ſtuͤrmten jetzt, eins das andere verdrängend, durch ſeine Bruſt und ein neues Leben war ihm aufgegangen. Kein entheiligendes Wort ſtoͤrte die Feier dieſes Augenblicks,


