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„Haſt du nicht in den Wagen geſehen?“ frag⸗ te Golding leiſe.
„Beim Himmel! als ich hinſehn wollte, war er ja voruͤber. Doch, daß Frauenzimmer darin ſa⸗ ßen, habe ich in der großten Eile bemerkt, denn eine Dame zu bemerken, brauche ich nicht eine halbe Sekunde.“.
„Haſt du keine der Damen gekannt?“
„Mein Gott! wie waͤre das moͤglich! deine Phantaſie macht dir oft dumme Streiche und zau⸗ bert jeder Tochter Eva's das reizende Geſicht deiner Emmeline an, welches ihr unter den jetzigen Um⸗ ſtänden gewiß ein federleichtes Spiel geweſen iſt.“
„Bei Gott! wenn ich mich jetzt getaͤuſcht habe, ſo traume ich wachend. Ihre Augen waren es, denn als ich hineinblickte, war ich nicht mehr auf dieſer Welt. Himmliſcher Zauber, in die Tiefe ſol⸗ cher Augen zu ſchauen, und ſich ſo ganz vergeſſen, ſo ganz aller korperlichen Bande entſtrickt, ploͤtzlich oben zu ſeyn, am Quell der hoͤchſten Wonne!“
und die Sonne war in ihrem Kuͤcken hinter dem Huͤgel hinab geſunken und vergoldete mit den letzten Strahlen die herrliche, zu ihren Füßen gele⸗ gene Stadt; rechts kam die Fulda langſam heran⸗ gezogen, wie die Traäume ſeliger Vergangenheit, links ſtürzte ſich die Werra aus den ſchwarzen Thälern heraus durch die hohen Bruͤckenbogen jugendlich⸗friſch, wie die eilende Gegenwart, ſich mit der bedaͤchtigern Fulda paarend, und vereint zogen ſie dahin vom


