Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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Recte dixisti riefen ſechs, ſieben weinrothe Geſichter:hole ihn der Henker!

Beſter Wolframm⸗, rief Golding, ein Han⸗ noveraner, der bei Bouterweck die Aeſthetik, aber

nicht mit vielem Wohlgefallen, orborr hatte:Sie nehmen das Le1 Pro quo; Sie duͤrfen nicht berech⸗

n, welches Schädliche durch Schwaͤche, durch Bos⸗ heit, Eigennutz u. dgl. des Einzelnen aus Verdre⸗ hungen, Mißdeutungen, Zuſaͤtzen der katholiſchen Re⸗ ligion entſprungen iſt, ſondern Sie muͤſſen das Hohe und Herrliche betrachten, was der katholiſche Kultus mit ſich bringt; Sie muͤſſen ſich dieſe Religion in ihrer reinſten Form darſtellen, die vemuͤht iſt, uns Menſchen, die wir doch Alle mehr oder weniger durch⸗ aus nicht vom Sinnlichen abſehen koͤnnen, das Goͤtt⸗ liche in Bild und Schall den Sinnen) den Werkzeu⸗ gen unſeres Geiſtes, näher zu bringen.

Nun, nun, erwiederte Wolframm:ich gebe zu, daß der katholiſche Kultus die Sinne mehr an⸗ ſpricht, als der evangeliſche, aber iſt denn die Reli⸗ gion von einer grobſinnlichen koͤrperlichen Art, daß man ſie ſehen, riechen und mit Haͤnden greifen ſoll?

Sie muͤſſen es ſehr weit in der Philoſophie ge⸗ bracht haben, lieber Wolframm entgegnete Gol⸗ ding:wenn Sie ſich ſo ganz alles Bildlichen und Sinnlichen entſchlagen koͤnnen; und doch haben es die groͤßten Philoſophen nicht zum reinen Anſchaun

des Goͤttlichen bringen koͤnnen. Wenn Sie mir zu⸗

geben, daß der katholiſche Kultus das ſenſl