ten Dinge hervor, die wohl ſonſt nie das Tagslicht geſchaut haben wuͤrden.
Vorzuͤglich einige Theologen, die in wenigen Wochen das Candidaten⸗Examen zu machen hofften, zogen durch ihren Streit die Aufmerkſamkeit der uͤbrigen bald auf ſich, und es dauerte nicht lange, ſo nahm der groͤßere Theil der Geſellſchaft an dem Streite Theil, und ſchied ſich in zwei Partheien, die in einzelnen Abtheilungen, hier heftig, dort gelaſſen, und bei der dritten wuͤthend, gegen einander ſtritten,
indem die Nichtſtreitenden, einige Mediciner und Ju⸗
riſten, die Reſte der Flaſchen leerten, und ſich am Kegelſpiele beluſtigten. Die ſtreitige Frage betraf nichts Geringeres, als
die Vorzuͤge, welche die evangeliſche Religion vor der
roͤmiſch⸗katholiſchen, oder dieſe vor jener habe.
Sonderbar genug war keiner der Anweſenden
katholiſch, und doch fand dieſer Glaube einige Ver⸗ theidiger, die die eifrigſten Proteſtanten waren. „Hole der Henker noch heute alles katholiſche Pfaffengeſchmeis!⸗ ſchrie Wolframm, ein derber, breitſchultriger Heſſe, der dem ſeligen Herrn Dr. Luther in Wort, Manier und Geſtalt glich, und ſchon einigemal ſein einfach, aber kraͤftig gedachtes Wort kraͤftig von der Kanzel herab geſprochen hatte: „Hole der Henker! ſag' ich, den ganzen Katholicis⸗ mus! er hat unheil, Aberglauben, Finſterniß und Verderben uͤber die Welt gebracht; Argumenta non desunt.*


