————
53
griffe, mich auf den Feldern niederzulegen, als ich zu meiner Linken, wenige Schritte davon entfernt, eine Scheune gewahrte. Dorthin verſuchte ich es, mich zu ſchleppen, und ging, als ich die Thüre offen ſtehen fand, hinein, ſah aber Niemand. Jedoch in der Hoffnung, bald von irgend einem Menſchen Hülfe zu erhalten, warf ich mich auf ein Strohbündel. Ich war noch nicht lange hier gelegen, als ich einen Landmann mit einer Heugabel in der Hand hereinkommen ſah, der auf dem Punkte ſtand, in das Stroh, welches mich umhüllte, zu ſtechen. Dies würde mir wahrſcheinlich den Reſt gegeben haben, wenn ich nicht, nach einer vergeblichen Anſtrengung zu ſprechen, einen gar kläglichen Seufzer ausgeſtoßen haben würde. Dieſer traurige Klang macht den Bauer ſtutzig, der zurückſprang, und, als er einen ganz mit Blut beſchmierten Körper entdeckte, zitternd daſtand, mit ausgeſtreckter Heugabel, emporgerichteten Haaren, ſtarrem Blicke, erweiterten Nüſtern und weit aufgeſperrtem Munde. Zu einer andern Zeit würde dieſe Geſtalt, welche faſt zehn Minuten lang dieſelbe Stellung beibe⸗ hielt, während deſſen ich viele fruchtloſe Verſuche machte, ſein Mit⸗ leid und ſeine Hülfe anzuflehen, mich außerordentlich beluſtigt haben; allein die Zunge verſagte mir, und meine Sprache war nur eine Wiederholung von Seufzern. Endlich kam ein alter Mann, der, als er den Erſteren in dieſer Stellung ſah, ausrief: „Genad uns Gott! der Bube iſt behext! wie, Dick, haſt Du Dich bezaubern laſſen?“ Dick gab, ohne ſeine Augen von dem Ge⸗ genſtande ſeines Schreckens wegzuwenden, ihm zur Anwort:„O Vater! Vater! hier iſt entweder der Teufel oder ein todter Meuſch: ich weiß nicht was es iſt, aber es ſeufzt erbärmlich.“ Hierauf zög der Vater, deſſen Geſicht nicht das beſte war, ſeine Brille hervor, ſetzte ſie auf ſeine Naſe und betrachtete mich über die Schultern ſei⸗ ner Sohnes hinweg. Kaum hatte er jedoch mich erblickt, ſo befiel ihn ein noch heftigeres Zittern als Dick, und er redete mich mit ge⸗ brochener Stimme ſo an:„Im Namen des Vaters, Sohnes und


