Teil eines Werkes 
3. Band, Roderich Random : Roman : 3. Band (1840) The adventures of Roderick Random
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

liſche Benehmen Crampley's gegen mich erregte meine Galle, die noch von früheren Rachegefühlen aufgereizt war, ſo ſtark, daß ich zu gewiſſen Zeiten vor Verlangen nach Rache ganz außer mir gerieth, und ſogar die Verſuchung mich befiel, ihn auf dem Halb⸗ verdeck nieder zu ſchießen, ungeachtet ein ſchimpflicher Tod die un⸗ ausbleibliche Folge davon geweſen ſeyn würde. Allein der Doctor, den ich in mein Vertrauen gezogen hatte, widerrieth mir eine ſolche verzweifelte Handlung ſo nachdrücklich, daß ich die Flamme der Rache für den Augenblick unterdrückte, und mich entſchloß, eine paſſendere Gelegenheit abzuwarten.

Um indeſſen Herrn Tomlins von dem Unrecht, das ich durch die Verläumdungsſucht jenes Burſchen erlitten hatte, noch mehr zu überzeugen, bat ich ihn, er möchte Herrn Thompſon, mit deſſen wunderbarem Entkommen ich ihn bekannt gemacht hatte, einen Beſuch abſtatten, und ihn nach meinem Benehmen fragen, ſo lange ich an deſſen Seite Unterarzt geweſen ſey.

Dieſe Bitte erfüllte der Doctor, mehr aus Neugier, einen Menſchen von ſo außerordentlichen Schickſalen kennen zu lernen, als ſeine gute Meinung von mir beſtätigt zu erhalten, denn dieſe, verſicherte er mich, ſey bei ihm feſt genug begründet.

Er begab ſich nun, mit einem Empfehlungsſchreiben von mir verſehen, nach der Wohnung meines Freundes, wo er mit aller Höflichkeit und Zuvorkommenheit, wie ich es nicht anders erwar⸗ tete, aufgenommen ward, und in das Schiff zurückkehrte, nicht nur hinſichtlich meines Charakters über die Maßen zufrieden ge⸗ ſtellt, ſondern auch entzückt über die Unterhaltung Thompſons, der ihn und mich mit Geſchenken an friſchen Victualien, gebrann⸗ ten Waſſern und Früchten beladen hatte.

Da er nicht an Bord kommen wollte, damit ihn Crampley nicht erkenne und feſthalte, ſo erhielt ich, als die Zeit zur Abreiſe gekommen war, Erlaubniß, ihn zu beſuchen und ihm Lebewohl zu ſagen. 3