4⁰
beln und Käſe drang in meine Naſe, was zuerſt die Vermuthung in mir erweckte, ich befinde mich in meiner eignen Hängematte neben dem ehrlichen Morgan, und meine jüngſte Vergangenheit ſey Nichts, als ein Traum. Auf mein Befragen erfuhr ich, ich befände mich am Bord eines Schooners aus Rhode Jsland, der nach Jamaika beſtimmt ſey, und eine Ladung Gänſe, Zwiebeln und Käſe bei ſich führe. Der Schiffsherr heiße Robertſon, und ſey von Geburt ein Nordbrite, den ich auf den erſten Blick als einen alten Schulkammeraden erkannte. Als ich mich ihm ent⸗ deckte, ſo gerieth er vor Erſtaunen und Freude außer ſich, und bat mich, ihm die Veranlaſſung meines Unglücks mitzutheilen. Dieß hielt ich nicht für zweckmäßig, weil ich wußte, daß ſeine religiöſen Grundſätze äußerſt ſtreng und zart ſeyen. Deßhalb begnügte ich mich, ihm zu ſagen, ich ſey zufällig über Bord gefallen, nahm aber keinen Anſtand, ihm meine unangenehme Stellung aus⸗ einander zu ſetzen, und meinen feſten Entſchluß mitzutheilen, nie⸗ mals wieder an Bord des Kriegsſchiffes zurückzukehren. Ungeach⸗ tet er in Betreff dieſes Punktes meine Anſicht nicht theilte, in Betracht, daß ich meiner Kleider und ſchuldigen Löhnung verluſtig ginge, wenn ich nicht zu meiner Pflicht zurückkehren würde, ſo änderte er doch ſeine Meinung, als ich ihm das hölliſche Leben unter der tyranniſchen Herrſchaft HOakum's und Mackſhane's be⸗ ſchrieb, nebſt andern Beſchwerden eine Unzufriedenheit mit dem unreligiöſen Benehmen der Schiffsmaate andeutete, und mich über den dortigen Mangel der reinen evangeliſchen Lehre nach der pres⸗ byterianiſchen Kirche beklagte. Ja! er beſchwur mich mit großer Heftigkeit und großem Eifer, alle Gedanken, in der Flotte zu ſtei⸗ gen, fahren zu laſſen. Zugleich gab er mir, um mir zu beweiſen, wie ſehr ihm mein Wohl am Herzen liege, das Verſprechen, für meine Zukunft auf die eine oder die andere Weiſe zu ſorgen, be⸗ vor er Jamaika verlaſſen würde. Dieſes Verſprechen hielt er zu meiner ganzen Zufriedenheit, dadurch, daß er mich einem reichen


