39
er daſſelbe Weſen ſey, welches ich beweint hatte. Hierauf hieß er mich ſitzen und meine Aufregung beſchwichtigen, zugleich ver⸗ ſprach er mir, ſein plötzliches Verſchwinden von dem Thunder zu erklären und zu berichten, wie es komme, daß er ſich noch im Lande der Lebenden befinde. Rachdem ich ein Glas Punſch ge⸗ trunken und meine Lebensgeiſter erfriſchet hatte, ſo entledigte er ſich dieſer Aufgabe durch die Mittheilung, er habe ſich mit dem Entſchluſſe, ſich von einem elenden Leben zu befreien, bei Nacht, ſo lang das Schiff in ſeinem Laufe begriffen geweſen, auf das Vor⸗ dertheil gemacht, und ſich von dort ſachte an dem Schiffsbug in die See herabgelaſſen. Nachdem er tüchtig untergetaucht worden ſey, ſo habe er allmählig ſeinen voreiligen Entſchluß bereut, und ſich, da er ſehr gut ſchwimmen könne, über dem Waſſer gehalten, in der Hoffnung, daß eines oder das andere der hinteren Schiffe ihn aufnehmen werde. In dieſer Lage habe er ein großes Schiff entdeckt und um Aufnahme gebeten, man habe ihm hierauf ge⸗ antwortet, das Schiff ſey ein ſchwerer Segler, und deßhalb könn⸗ ten ſie keine Zeit mit ihm verlieren; jedoch hätten ſie eine alte Kiſte zu ſeiner Bequemlichkeit über Bord geworfen, und ihm ge⸗ ſagt, das eine oder andere Schiff im Nachzug würde ſeine Ret⸗ tung gewiß übernehmen. Allein es ſey vor drei Stunden kein Schiff ihm ſo nahe gekommen, daß er es hätte ſehen oder ihm zurufen können. Während dieſer Zeit nun habe er die ſchreckliche Ausſicht, ſich mitten im Ocean allein zu befinden, und keinen an⸗ dern Platz zum Ausruhen gehabt, als einige elende Bretter. Zu⸗ letzt habe er aber eine kleine Corvette entdeckt, die auf ihn zuge⸗ ſteuert ſey, worauf er ſeine Kehle angeſtrengt, und das Glück gehabt habe, verſtanden zu werden. Sie hätten darauf ihr Boot herabgelaſſen, und ihn aus der ſchrecklichen Einſamkeit erlöst. „Nicht ſobald war ich an Bord gebracht,“ fuhr er fort,„als mich eine Ohnmacht befiel. Als ich wieder zur Beſinnung kam, befand ich mich in einem Bette, und der kräftige Duft von Zwie⸗


