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wäret ein theurer Freund von mir, wenn ich mich von deſſen Tode nicht vollkommen überzeugt hätte.“
Auf dieſe Anrede erwiederte er, nach einigem Beſinnen:„Es giebt viele Stimmen und Geſichter, welche mit einander Aehnlich⸗ keit haben, doch, bitte! wie hieß euer Freund?“ Ich gab ihm über dieſen Punkt genügende Antwort, und zugleich, nicht ohne manche Thränen und manchen Seufzer, eine kurze Ueberſicht von dem traurigen Schickſale Thompſon's. Hierauf folgte ein etliche Minuten anhaltendes Stillſchweigen, und dann wandte ſich die Unterhaltung verſchiedenen Gegenſtänden zu, bis wir ein Haus auf der Straße erreichten, wo der Reiter abſtieg, und uns ſo ernſtlich bat, wir möchten hineingehen und eine Bowle Punſch in ſeiner Geſellſchaft trinken, daß wir nicht widerſtehen konnten. Doch wenn ſeine Stimme ſchon einen ſolchen Eindruck auf mich gemacht hatte, wie groß mußte mein Erſtaunen ſehn, als ich beim Scheine des Lichtes die wirkliche Geſtalt meines beweinten Freun⸗ des erkannte! Als er die große Aufregung meines Innern wahr⸗ nahm, ſo ſchloß er mich in ſeine Arme, und bethaute mein Geſicht mit Thränen. Es dauerte einige Zeit, bis ich den Gebrauch mei⸗ ner Vernunft wieder erhielt; denn dieſes Ereigniß hatte zu ſtark auf ſie gewirkt. Noch länger aber dauerte es, bis ich wieder ein Wort hervorbringen konnte. So beſtand denn Alles, wozu ich fähig war, darin, daß ich ſeine Umarmungen erwiederte und die überſtrömenden Ergüſſe meiner Wonne mit der ſeinigen vermiſchte, während der ehrliche Brayl, gerührt durch dieſe Wiedererkennungs⸗ ſcene, nicht minder heftig weinte, als wir, und ſeine Theilnahme an unſerer Glückſeligkeit dadurch bewies, daß er uns beide an's Herz drückte, und wie ein Toller im Zimmer umher tanzte.
Endlich fand ich wieder Worte und rief aus:„Iſt es mög⸗ lich! ſolltet Ihr mein Freund Thompſon ſeyn? Gewiß, ach! er iſt ertrunken und ich bin jetzt in der Täuſchung eines Traumes be⸗ fangen!“ Er hatte große Mühe, mich davon zu überzeugen, daß


