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wie nur eine Meiſterhand ſie den goldenen Saiten zu entlocken vermag.
Robert ſteht auf. Muſik iſt der Genius, der ſeine Seele aus ihrem langen Schlummer weckt. Allgemach verklingt ſie und eine jugendliche Stimme ſingt eine einfach rührende Melodie.
„Ihr Lied!“ ſagt Robert und richtet ſich auf. Das Lied tönt weiter. Seine Augen leuchten, ſeine Wangen röthen ſich, die Lippen beben, als ob er leiſe bete und die Hände falten ſich unwillkührlich. Es iſt das Lied vom heiligen Chriſt, der zur Erde niederſteigt, um Alle zu erquicken, die mühſeelig und beladen ſind.
Er kennt das Lied. Auguſte hat es ihm oft geſungen. Er hörte es zuerſt an dem Abend, als er kurz vorher geſagt hatte: Sie oder Keine. Wenn Alles ihm gleichgültig war, dieſe Melodie brachte ihm ſtets den verlorenen Muth zurück. Aber jetzt hat er es lange nicht gehört. Vergeſſen war es mit allem Andern, was er je gehofft, erſehnt, geträumt; vergeſſen bis zu dieſem Augenblick, wo es wieder volltönend an ſein Ohr ſchlägt. Er iſt aufgeſtanden und tritt über die Schwelle. Vor ihm der helle Weihnachtsbaum und daneben Auguſte, in der Fülle der Schönheit und Jugend, ganz ſo, wie er ſie an
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