124
ten und mit dem leichterworbenen Golde prunkend, wirbt er um eine junge Schönheit, die ihn mit hun⸗ dert Reizen zu feſſeln weiß. Er läßt ſich eine Brigg bauen, die der Stolz des Werftes war, und von der leichtſinnigen Braut des kühnen Schmugglers„zur goldenen Eintracht“ getauft wurde. Ihr Leben an ſeiner Seite aber wurde die Hölle der Zwietracht. Als ſie ein Jahr in Thränen und Jammer hinge⸗ bracht, ſchließt ſie die lebensmüden Augen.
Der Capitain ſchüttelte ab, was ihn unange⸗ nehm berührte; ging auf ſeine Brigg zurück und fuhr ſeine Straße. Hart, unbeugſam, mit eiſerner Strenge herrſchte er über ſein Schiffsvolk. Keiner machte ihm etwas recht. Keiner erhielt von ihm je ein Wort des Dankes oder einen freundlichen Blick Was er nicht geben mußte, das gab er nicht, und für den leiſten Widerſpruch hatte er ſtets eine Mil⸗ lion Flüche zur Hand. Das wurde bekannt, die Küſten auf und ab. Wer einmal eine Reiſe mit dem Schiffe gethan hatte, ging nicht auf daſſelbe zurück und„die goldene Eintracht“ hatte Mühe, ſo⸗ viel Volk zuſammen zu bringen, als nöthig war, um ihr Steuer und ihre Segel zu regieren.
Wüthend über die aufſäſſige Brut, die ſich nicht unter ſeinen Fußtritten ſchmiegen wollte, ſchritt


