Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
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1035 dadurch alle Streitigkeiten unter chriſtlichen Staaten vermieden wuͤrden. Wir Andern, obwohl von keinem Herrſcher der Erde abhaͤngig, behaupten nicht hoͤher zu ſtehen als ſie, und haben uns deßhalb zur Leiſtung derſelben Huldigung verſtanden.

Die Kaiſerin erroͤthete mehrmals aus Entrüſtung

über dieſe Rede, wovon mehrere Stellen in geradem Widerſpruche mit den ſo ſtolzen und anmaßenden Grundſätzen des kaiſerl. Hofes ſtanden, und deren all⸗ gemeiner Geiſt dahin abzweckte, die Macht des Kaiſers herabzuſetzen. Aber Irene hatte von ihrem erhabenen Gemahle die geheime Weiſungen erhalten, keine An⸗ läſſe zu Klagen mit den Krenzfahrern zu geben oder zu nehmen, weil dieſe, unter dem Scheine von Unter⸗ thanen, dennoch zu genau in Kleinigkeiten und zu leicht zu erhitzen wären, als daß man ohne Gefahr mit ihnen in kitzliche Unterhaltungen über Meinungs⸗ verſchiedenheiten eingehen könnte. Sie beſchränkte ſich alſo darauf, eine hoͤfliche Verbeugung zu machen, als ob ſie kaum begriffen hätte, was der Graf von Paris mit einer ſo rauhen Freimüthigkeit geäußert hatte. In dieſem Augenblicke verrieth die Haltung der hauptſächlichſten Perſonen, welche ſich ſo unvermuthet zuſammenfanden, einen gleichen Wunſch derſelben, eine weitere Bekanntſchaft zu machen, obwohl ſie anzu⸗ ſtehen ſchienen, wer zuerſt das Wort nehmen ſollte.

Agelaſtes, um mit dem Hausherrn anzufangen, war