112 auf einem Polſter die bei den Romern gebräuchliche Lage anzunehmen, ſetzte ſich auf europäiſche Weiſe neben die Prinzeſſin.
Ich will nicht ausgeſtreckt ſeyn, ſagte er lachend, wenn mich nicht ein guter Schlag dazu zwingt, und dann noch muͤßte ich mich nicht wieder erheben kön⸗ nen um ihn zuruͤckzugeben.
Man begab ſich nun an die Mahlzeit; und in
Wahrheit ſchien dieſe einen wichtigen Theil des Ta⸗ gesgeſchaͤftes auszumachen. Die Hofbedienten, welche da waren, um ihre verſchiedenen Amtsgeſchäfte, als Kellner, Mundſchenke, Vorſchneider und Vorkoſter der Kaiſerlichen Familie zu verrichten, fuͤllten den Speiſeſaal an, und ſchienen in Dienſtthätigkeit zu
wetteifern, indem ſie von Agelaſtes Gewuͤrze, Reiz⸗ mittel, Bruͤhen und Weine jeder Art verlangten. Es ſchien als ob die Verſchiedenheit und Mannig⸗ faltigkeit ihrer Nachfragen die Geduld des Philoſo⸗ phen auf die Probe ſtellen ſollte. Aber Agelaſtes, welcher ihre meiſten Forderungen, ſo ungewoͤhnlich ſie waren, vorausgeſehen hatte, befriedigte ſie voll⸗ ſtandig oder weniaſtens zum großen Theile, Dank der Thaͤtigkeit ſeines Sklaven Diogenes, auf welchen er zugleich allen Tadel warf, wenn er einen der ver⸗ langten Gegenſtäͤnde nicht liefern konnte.
(Fortſetzung folgt.)


