Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
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98 Freunde zu warten. Ihre Muſik kann eich ſagen, daß ſie nicht ſehr weit mehr ſind, und ich kann euch verſichern, daß ſie eure Mahlzeit nicht lange aufhalten werden.

Nichts noͤthigt uns zu eilen, antwortete der Graf, und da dieſes in eurem Sinne eine Handlung der Höflichkeit iſt, ſo koͤnnen wir, Brunhilde und ich, leicht unſere Mahlzeit verſchieben; wofern ihr uns nicht etwa, was uns allerdings angenehmer ſeyn wuͤr⸗ de, erlauben wollet, auf der Stelle einen Mund voll Brod und einen Schluck Waſſer zu nehmen, damit wir hernach Gaͤſten von feinerem Gaumen und ge⸗ nauerer Freundſchaft mit euch weihen. ch

Gott behuͤte! ſagte Agelaſtes. Niemals haben ſo ehrwürdige Gaͤſte dieſe Polſter eingenommen; und ich wuͤrde mich nicht mehr geehrt fuͤhlen, wenn ſelbſt die hochheilige Familie des Kaiſers Alexius vor mei⸗ ner Thuͤre waͤre.

Kaum hatte er ausgeſprochen, ſo ließen ſich Trom⸗ petenſtoße vernehmen, welche, zehnmal ſchmetternder als die Toͤne der bisherigen Muſik, gerade vor dem Tempel geſchahen; ſie drangen bis in das Innere durch das Rauſchen des Waſſerfalles, wie eine Da⸗ maszenerklinge durch eine eiſerne Ruͤſtung, und ſchlugen an die Ohren der Hoͤrer, wie die Scheide des Schwertes ſich Bahn macht bis zu dem Fleiſche deſ⸗ ſen, der einen Harniſch trägt.

Ihr ſcheint uberraſcht oder beſtürzt zu ſeyn, mein