79 ſchützen gilt, und wenn das für ſie zahlende Löſegeld in Küſſen beſteht. Ich vertraue ſo ſehr auf die Treue meines Robert, wie nur ein Weib ihrem geliebten Rit⸗ ter vertrauen kann, aber doch..„.
„Liebenswürdige Frau, ſagte Agelaſtes, der, unge⸗ achtet ſeines kalten und ſtoiſchen Charakters, unwill⸗ kührlich von der einfachen und aufrichtigen Liebe die⸗ ſes jungen und ſchönen Paares gerührt war, ihr habt
keinen Fehler begangen. Die Lage der Prinzeſſin iſt
nicht ſchlimmer als vorher; und man kann nicht zwei⸗
fen, daß der Ritter, welcher ſie befreien ſoll, zur
Stunde, die das Schickſal beſtimmt hat, erſcheine. Die Grafin zeigte ein ſchwermüthiges Lächeln, und ſchüttelte den Kopf.— Ihr wißt nicht, ſagte ſie, welcher mächtigen Hülfe ich leider dieſe unglückliche Prinzeſſin beraubt habe durch eine unwürdige und un⸗ gerechte Eiferſucht, wie ich jetzt einſehe. So ſtark iſt meine Reue darüber, daß ich in meinem Herzen Stärke genug finden könnte, um den Widerſtand aufzugeben, den ich dem Grafen Robert hinſichtlich der Unterneh⸗ mung dieſes Abenteuers entgegengeſezt habe. Sie blickte ihren Mann mit einiger Unruhe an, und man ſah ihr an, daß ſie ein Anerbieten gemacht hatte, deſ⸗ ſen Annahme ſie ſelbſt nicht wünſchte; ſie ſchöpfte nicht eher wieder Muth, als da ihr der Graf mit entſchie⸗ dener Stimme ſagte:— Brunhilde, das geht nicht an. Und warum könnte in dieſem Falle, fragte die Grä⸗ fin, nicht Brunhilde ſelbſt dieſes Abentener verſuchen?


