Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
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eines Kriegslehns, das ſie geerbt hatte, und das viel⸗ leicht ihren kriegeriſchen Sinn nährte), erhielten zur Antwort, daß ſie dieſelbe zuvor in den Schranken ver⸗ dienen ſollen. Der Vater Brunhilden's war geſtorben, und ihre Mutter hatte einen ſo ſchwachen Charakter, daß das junge Fräulein mit ihr leicht anfangen konnte, was ſie wollte.

Die zahlreichen Freier Brunhildens willigten gern in eine Bedingung, welche zu ſehr den Sitten des Zeit⸗ alters entſprach, als daß man ſie hätte verweigern können. Ein Turnier fand auf dem Schloß Aspramont Statt, worin die Hälfte der tapfern Kämpfer unter den Schlägen ihrer glücklichen Nebenbuhler erlagen,

oder verlegen und verzweifelt aus den Schranken tra⸗ ten. Die Sieger erwarteten unn aufgerufen zu wer⸗ den, um unter einander zu kaͤmpfen; aber ſie waren ſehr erſtaunt, als man ſie von dem ferneren Willen der jungen Dame unterrichtete. Sie verlangte ſelbſt eine Rüſtung zu tragen, eine Lanze zu führen und ein Streitroß zu beſteigen, und bat die Ritter, einer Dame, für welche ſie ſo ehrenvolle Gefühle hegten, zu erlauben an ihren ritterlichen Spielen Theil zu nehmen. Die Ritter empfingen mit Höflichkeit ihre junge Gebieterin auf dem Kampfplatze, und lächelten bei dem Gedanken, daß ſie ſo vielen tapfern Kämpfern die Spitze bieten wollte. Aber die Vaſallen und alten Diener des Grafen ihres Vaters ſahen ſich auch lä⸗ chelnd an, und verſprachen ſich einen ganz andern