56 der Schall der Geſänge und kriegeriſchen Inſtrumente vermaͤhlte ſich mit dem Geraͤuſche der Ruder, welche die Abfahrt verkündigten.
Indeſſen bemühte ſich der griechiſche Kaiſer, wel⸗ cher auf ſeinem Throne ſaß, aus allen Kräften, die⸗ ſer bewaffneten Menge die höchſtmögliche Vorſtellung von ſeiner eigenen Größe und von der bedeutenden Feierlichkeit, welche ſie verſammelt hatte, zu geben. Die Hauptanführer gaben gerne den Wünſchen des Alexius nach, die Einen, weil ihre Eitelkeit ſich ge⸗ ſchmeichelt fühlte, die Andern, weil man ihre Habſucht vefriedigt hatte, Viele, weil ihr Ehrgeiz aufgeregt worden war; endlich Einige, aber die geringſte Zahl, weil die Freundſchaft des Alexius ihnen das wahrſcheinlichſte Mittel ſchien, für den glucklichen Erfolg ihres Unternehmens. Daher zeigten die haupt⸗ ſüchlichſten Anführer aus den genannten verſchiedenen Beweggründen eine Demuth, welche vielleicht ihrem Herzen ſehr fremd war, und enthielten ſich mit Sorgfalt alles deſſen, was bei dieſem feierlichen Feſte die Grie⸗ chen hätte beleidigen können. Doch gab es auch an⸗ dere, welche weniger Geduld hatten.
Bei der großen Zahl von Grafen, Herren und Rit⸗ tern, unter deren verſchiedenen Fahnen die Kreuzfahrer bis nach Conſtantinopel geführt worden waren, gab es viele, deren Einfluß zu untergeordnet war, als daß man auf Mittel gedacht hätte um die Abneigung zu beſchwichtigen, welche Alle ob dieſer demüthigenden


