35 war, genau ihre Zahl zu berechnen. Zurch die Staub⸗ wolken, welche durch ihre Vewegungen aufſtiegen, er⸗ blickte man die Banner und Fahnen, worunter man von Zeit zu Zeit das berühmte Labarum*) unter⸗ ſcheiden konnte, das Pfand des Sieges für die Kaiſer⸗ lichen Heere, obwohl es ſeit einer gewiſſen Zeit etwas von ſeiner heiligen Wirkſamkeit verloren hatte. Als die plumpen Soldaten des Abendlandes das Griechiſche Heer ſahen, behaupteten ſie, daß die an der Spitze ihrer Glieder entfalteten Fahnen für zehnmahl ſo viel Soldaten hingereicht hätten.
In der Ferne zur Rechten erblickte man einen zahl⸗ reichen Haufen enropäiſcher Ritter, welcher an dem Meeresufer aufgeſtellt war, und die Gegenwart der Kreuzfahrer verkündete. So groß war die Begierde, dem Beiſpiele der vornehmſten Fürſten, Herzoge und Grafen in der Leiſtung des Eides der Lehnstrene zu folgen, daß die Zahl der Ritter und unabhängigen Adeli⸗ gen, welche ſich zu dieſer Feierlichkeit vereinigten, ſehr bedeutend war. Jeder Kreuzfahrer, welcher eine Burg beſaß, und ſechs Lanzenknechte in ſeinem Ge⸗ folge hatte, würde es für eine Beleidigung ſeiner Würde gehalten haben, wenn er nicht ebenſogut als Gottfried von Bouillon oder Hugo der Große, Graf von Vermandvis zugelaſſen worden wäre, die Lehns⸗ herrlichkeit des griechiſchen Kaiſers anzuerkenuen, und
*) Fahnen Conſtantin's des Großen.
W. Scott's ſammtl. Werke. 1658 Boch.
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