29 ſicht den Gottfried von Bouillon, den Raimund von Toulvuſe und einige Andere, bei welchen die Fröm⸗ migkeit etwas Anderes als ein gewöhnlicher Antrieb der Schwärmerei war. Dieſe Fürſten dachten an das Aergerniß, welches ſie geben würden, und deſſen Schimpf auf ihr ganzes Unternehmen fallen müßte, wenn ihre erſte That ein Krieg gegen das morgenländiſche Kai⸗
ſerthum wäre, das man mit Recht die Vormauer der
Chriſtenheit nennen konnte; wenn dieſes Reich ſchwach und zugleich reich war, wenn es zum Raube ein⸗ lud, wo es unfähig war ſich zu vertheidigen, ſo forderte es um ſo mehr ihr Vortheil und ihre Pflicht, als Soldaten und als Chriſten, einen Staat zu verthei⸗ digen, der ſich zu demſelben Glauben bekannte, und deſſen Beſtehen für die gemeinſchaftliche Sache ſo wichtig war, wenn ſchon er nicht vermochte ſich ſelbſt zu vertheidigen. Der Wunſch dieſer freimüthigen und offenen Männer war alſo durch eine aufrichtige Er⸗ gebenheit auf die Freundſchaftsbetheuerungen des Kai⸗ ſers zu antworten, und ſein Wohlwollen ſo theuer als möglich zu bezahlen, um ihn zu überzeugen, daß ſie nur gerechte und ehrenwerthe Abſichten hätten, und daß es ſein eigener Vortheil verlangte, ſich jeder be⸗ leidigenden Handlung gegen ſie zu enthalten, welche ſie zur Aenderung ihres Betragens in ſeiner Hinſicht bewegen oder nöthigen könnte.
Dieſer Geiſt der Verſöhnung, welcher, obwohl aus verſchiedenen Gründen, die meiſten Oberhäupter der


