28
Der Franzoͤſiſche Adel wäre vielleicht am ſchwierig⸗ ſten bei den ſich erhebenden Streitigkeiten im Zaume zu halten geweſen; aber ein unvorhergeſehener Zufall, welchen der Kaiſer einen Wink der Vorſehung hätte nennen können, lieferte den ſtolzen Grafen Vermandvis in ſeine Hände, welcher erwartet hatte, als Befehls⸗ haber aufzutreten, und ſich jetzt zur demuͤthigen Rolle eines Flehenden erniedrigt ſah. Der Graf war nehm⸗ lich kaum von den Küſten Italiens abgeſegelt, als ſeine Flotte von einem heftigen Sturme überfallen und von dem Winde an die Küſten Griechenlands gewor⸗ fen wurde. Er verlor die meiſten Schiffe, und die Truppen, mit welchen er endlich das Land erreichte, waren in einer ſolchen Hülfloſigkeit, daß ſie ſich den Statthaltern des Alexius überliefern mußten. Der Graf von Vermandois, welcher ſo hochfahrend bei ſei⸗ ner Einſchiffung war, wurde jetzt nicht als Fürſt, ſon⸗ dern als Gefangener an den Hof von Conſtantinopel geſchickt. Der Kaiſer ſchenkte ihm, ſo wie ſeinen Sol⸗ daten, auf der Stelle die Freiheit wieder, und über⸗ häufte Alle mit Geſchenken.
Empfänglich für die Aufmerkſamkeiten, welche ihm Alexius unabläßig erwies, fühlte ſich Graf Hugs ſo⸗ wohl durch Dankbarkeit, als aus eignem Vortheil ge⸗ neigt, die Meinung derjenigen zu theilen, welche aus anderen Gründen die Erhaltung des Friedens zwiſchen den Kreuzfahrern und dem Griechiſchen Reiche wünſch⸗ ten, Ein löblicherer Grundſatz beſtimmte zu dieſer An⸗


