Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

140 cher ſeinen Weg erfahren will, faͤngt nicht damit an, daß er ſeinen Führer durch Schläge fortjagt.

Ich folge dir, ſagte der Wäringer, von dieſem Vor⸗ wurfe der Feigheit gekraͤnkt, aber wenn du mich in eine Schlinge führſt, ſo ſollen deine ſchönen Reden nicht deine Knochen beſchuͤtzen, wenn ſelbſt ein Tauſend von irdiſchen oder hölliſchen Weſen deiner Farbe bereit wären dich zu vertheidigen.

Ihr ſeyd ja erſchrecklich auf meine Haut erbittert. Woher wißt ihr, ob man dieſelbe als etwas Wirkli⸗ ches oder Beſtändiges anſehen kann? eure Augen beleh⸗ ren euch, daß die Farbe des Himmels alle Tage wech⸗ ſelt, und dunkel wird nach dem Glanze, und dennoch wißt ihr, daß dieſe Veränderung nicht von einer wahr⸗ haften Farbe des Himmelgewoͤlbes herkommt. Die⸗ ſelbe Veraͤnderung, wie am Himmel, findet auch auf der Oberfläche des Meeres Statt. Woher könnt ihr alſo wiſſen, vb die Verſchiedenheit meiner Farbe von der eurigen nicht durch irgend eine trügeriſche Ver⸗ änderung meiner Natur verurſacht, und nicht viel⸗ mehr nur ein Schein ſtatt einer Wirklichkeit iſt 2

Du kannſt dich gemahlt haben, ſagte der Wäringer

nach augenblicklichem Beſinnen, und demzufolge kann die Schwärze deiner Haut nur ſcheinbar ſein. Aber ich glaube, dein alter Freund, der Teufel ſelbſt, könnte kaum ſo natürlich dieſe aufgeworfenen Lippen, dieſes haͤmiſche Lächeln, dieſe weißen Zähne und dieſe platte Naſe aufzeigen, wenn dieſes eigenthümliche Ganze der