95 Handwerk als der Krieg von ſolchen betrieben werde, deren Glanbenslehre und Betragen gleichmäßig in der andern Welt eine ewige Verdammniß verdienen.
Ehrwürdiger Patriarch, ſagte der Kaiſer, wir ſind weit entfernt, mit den ungläubigen Barbaren zu be⸗ haupten, daß das Paradies durch den Sabel zu errin⸗ gen ſey; indeſſen hoffen wir feſt, daß ein Römer, welcher im Kampfe für ſeinen Glauben und ſeinen Kaiſer ſtirbt, eben ſoviel Hoffnung auf Seeligkeit nach dem Tode haben kann, als der Menſch, welcher im Frieden ſtirbt, ohne ſeine Hand mit Blut befleckt zu haben.
Ich will nur erwiedern, ſagte der Patriarch, daß die Lehre der Kirche nicht ſo nachſichtig iſt. Die Kirche iſt friedlich, und ihre Gnadenverſprechungen ſind nur für die Leute des Friedens. Glaubet aber dennoch nicht, daß ich die Pforten des Himmels dem Soldaten verſchließen wollte, weil er Soldat iſt, wenn er nur ſonſt an alle Lehren unſrer Kirche glaubt, und alle ihre Vorſchriften befolgt. Noch viel weniger verdamme ich die weiſen Maßregeln Ew. Maj., um von dieſen lateiniſchen Ketzern die Macht zu ſchwächen und die Zahl zu vermindern, weil ſie hierher kommen um uns zu berauben, ja vielleicht um die Kirche und ihren Tempel auszuplündern, und dabei den leeren Vorwand gebrauchen, daß der Himmel ihnen, die doch mit ſo vielen Ketzereien beſudelt ſind, geſtatten wird jenes gelobte Land wieder zu erobern, welches die


