28 auf dem Poſten, und ſcheinbar ſich an nichts erinnernd, ausgenommen etwa deſſen, daß er bei dem kaiſerlichen Hofe Dienſte that. Indeſſen ſchien er in dem Maße, als die Vorleſung vorrückte, ſtets mehr Theilnahme an dem, was er hörte, zu bekommen. Er hörte mit heimlichem verächtlichem Lächeln die Darſtellung der Beſorgniſſe und Unruhe der verſchiedenen zum Rathe in der Nacht verſammelten Anführer an, und konnte ſich kaum enthalten über das dem Anführer ſeines eigenen Corps, Achilles Tatius, ertheilte Lob zu lachen. Der Name des Kaiſers ſelbſt, obwohl er mit Ehrfurcht an⸗ gehört worden war, erhielt doch von ihm nicht den Beifall, welchen die Prinzeſſin Anna um den Preis ſo vieler Uebertreibungen zu erhalten geſucht hatte.
Bis dahin hatte das Geſicht des Wäringers nur eine ſehr ſchwache innere Bewegung verrathen; aber tiefere Gefuͤhle ſchienen ſeinen Geiſt aufzuregen, als die Prinzeſſin an die Beſchreibyng des Haltes nach dem Ausgange des Heeres aus dem Engpaſſe kam, an den unerwarteten Angriff der Araber, an den Rückzug der Schaar, welche dem Kaiſer das Geleit gab, und an die Schilderung der Schlacht, welche man in der Ferne hörte. Als er die Darſtellung die⸗ ſer Ereigniſſe vernahm, verlor er das ſteife und ge⸗ zwungene Ausſehen eines Soldaten, der die Geſchichte ſeines Kaiſers mit derſelben Kaltblütigkeit anhorte mit welcher er an dem Thore ſeines Pallaſtes auf die Wache zog. Er erröthete bald, bald erblaßte erz ſeine


