Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18 um dem Nachtrabe Zeit zum Nachkommen zu laſſen, und die verſchiedenen Lücken, welche in dem Heeres⸗ zuge durch die raſche Bewegung der Vorderſten veran⸗ laßt worden waren, auszufüllen.

Der zu dieſem Halte gewählte Ort war ausneh⸗ mend reizend. Man ſah von da auf eine Bergkette herab, welche im Vergleiche mit den Höhen zu beiden Seiten des Engpaſſes klein zu nennen war, und welche in den mannigfaltigſten Abſtufungen in die Ebene auslief, die ſich von dem Ausgange des Engpaſſes bis nach Lao⸗ dicäa ausdehnte. Dieſe Stadt war noch ungefaͤhr hundert Stadien entfernt, und einige unſerer feurig⸗ ſten Krieger behaupteten, ſchon ihre Thürme und Zin⸗ nen unterſcheiden zu können, welche in den erſten Strahlen der Sonne glänzten, die noch nicht weit am Himmel aufgeſtiegen war. Ein Bergſtrom, wel⸗ cher aus einem ungeheuern Felſen entſprang⸗ der für ſeine Geburt geſpalten war, als ob ihn der Zauber⸗ ſtab des Propheten Moſes berührt hätte, trug ſeine füßigen Schätze in ein gleichförmigeres Land, und tränkte in ſeinem Laufe ſchöne grüne Matten, ſelbſt große Bäume. Am Ende aber in einer Entfernung von vier bis fünf Meilen verloren ſich ſeine Waſſer⸗ wenigſtens bei trockener Jahreszeit, im Sande und zerbrockelten Steinen, dic in der Regenzeit die Stäͤrke und das Ungeſtüm ſeines Laufes bezeichneten.

Es war eine Luſt zu ſehen, mit welcher Aufmerk⸗

ſamkeit der Kaiſer über alle Bedürfniſſe der Gefähr⸗