Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
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der Oberherrſchaft ihres erhabenen Gemahls vorgeſchrie⸗ benen Hofſitte band. Deßhalb fühlte er, obwohl er über die kurze Erholung, die er von der eintönigen Vorleſung ſeiner Geſchichte durch die Prinzeſſin erhal⸗ ten hatte, nicht ungehalten war, doch jetzt die Noth⸗ wendigkeit ſie fortſetzen zu laſſen, oder die eheliche Be⸗ redſamkeit der Kaiſerin anzuhören. Er ſeufzte alſo und ſprach: Ich bitte euch um Verzeihung, unſre gute und kaiſerliche Gemahlin, ſowie euch, unſre in Purpur geborene Tochter. Ich denke noch daran, un⸗ ſere höchſt liebenswürdige und höchſt vollkommene Toch⸗ ter, daß ihr geſtern Abend die Einzelnheiten der Schlacht von Laodicäa mit den heidniſchen Arabern (welche Gott verwirren möge!) kennen zu lernen wünſch⸗ tet. Und nach gewiſſen Betrachtungen, welche uns be⸗ bewogen, unſer eigenes Gedächtniß mit anderen Nach⸗ forſchungen zu unterſtützen, gaben wir dem Achilles Tatius, unſrem höchſttreuen Akoluthos den Befehl ei⸗ nen der unter ſeinem Befehle ſtehenden Soldaten hier⸗ her zu bringen, welchen ſein Muth und ſeine Geiſtes⸗ gegenwart am fähigſten gemacht hätten, das zu beo⸗ bachten, was um ihn an dieſem denkwürdigen und blu⸗ tigen Tage vorging. Und ich vermuthe, daß er die⸗ ſen Soldaten da, in Gemäßheit meiner Befehle bringt.

Wenn es mir vergönnt iſt zu reden und zu leben, ſagte der Akoluthos, ſo ſehen Ew. kaiſerliche Majeſtät und dieſe göttlichen Prinzeſſinnen, deren Namen für uns, wie der der ſeligen Heiligen iſt, vor ſich die Blüthe meiner Angeldänen, oder welchen andern unchriſtlichen