12²24
Namen man meiner Soldaten geben mag. Ich kann ſagen, er iſt ein Barbare unter den Barbaren; aber obgleich er durch ſeine Herkunft und Erziehung nicht werth wäre, mit ſeinen Füßen den Teppich dieſer Be⸗ hauſung der Talente und Beredſamkeit zu berühren, ſo iſt er doch ſo tapfer, ſo treu, ſo ergeben, ſo eifrig⸗ ſo bereitwillig zu Allem....
Genug, guter Akoluthos! ſagte der Kaiſer; ſaget mir nur, ob er kaltbluͤtig und ein guter Beobachter während des Gefechtes, ob er alsdann nicht erſchüttert und unruhig iſt, wie wir es wohl bisweilen an euch und andern hohen Anführern bemerkt haben, und um die Wahrheit zu ſagen, wie wir es wohl auch an uns ſelbſt bei außerordentlichen Gelegenheiten gewahr geworden ſind. Dieſe Verſchiedenheit in der Stim⸗ mung der Menſchen iſt nicht etwa Folge geringe⸗ ren Muthes; bei uns kommt ſie aus der innigen Ueberzeugung von der Wichtigkeit unſerer Erhaltung für das Wohl des Staates, und aus den unzaͤhligen Pflichten, welche uns zugleich auferlegt ſind. Antwor⸗ te mir alſo, und zwar kurz, Tatius; denn ich ſehe, daß unſere vielgeliebte Gemahlin und unſere dreimal glückliche, in dem kaiſerlichen Purpur⸗Gemach geborne Tochter etwas Ungeduld verrathen. 3
Hereward, antwortete Achilles, iſt eben ſo ruhig und ein eben ſo guter Beobachter in einer Schlacht, wie ein anderer in einem luſtigen Tanze. Der Staub des Kampfes iſt der angenehmſte Geruch fuͤr ihn; und er wird ſeine Tapferkeit beweiſen, indem er Viere von denen bekämpft, welche, mit Ausnahme der Waͤringer, ſich als die tapferſten Diener Ew. kaiſ. Majeſtät aus⸗ geben werden.
Akoluthos, ſagte der Kaiſer mit Unzufriedenheit in Miene und Ton, anſtatt. daß ihr dieſen armen und unwiſſenden Barbaren Lehren der Aufklärung geben,


