Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
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38 ſollte, doch ſich im vierten Jahrhunderte nicht derge⸗ ſtalt verſpüren ließen, um unverzüglich einen ſo ent⸗ ſchiedenen Einfluß auszuüben, als man davon hätte erwarten ſollen.

Der erborgte Schimmer, welchen Conſtantin ſeiner Stadt verlieh, trug ſchon Etwas in ſich, was auf ei⸗ nen frühzeitigen Verfall hinzudeuten ſchien. Der Kai⸗ ſer, welcher ſie gründete, erkannte dadurch, daß er die Bildſäulen, Gemälde, Denkmäler, überhaupt alle großen Kunſtwerke der vergangenen Jahrhunderte darin aufhäufte, die Unmöglichkeit an, ſie durch die Schöpfun⸗ gen eines neuern Genie's zu erſetzen; und als man die Welt, beſonders Rom auspluͤnderte, um Conſtantino⸗ pel auszuſchmücken, da konnte ſich der Kaiſer, der die⸗ ſes Werk des Raubes gebot, mit einem jungen Ver⸗ ſchwender vergleichen, der ſeine alte Mutter ihres Ju⸗ gendſchmuckes beraubt, um damit eine prunkende Buh⸗ lerin zu ſchmücken, wo ein Jeder leicht ſieht, daß er auf ihre Stirne nicht gehört.

Da ſich alſo im Jahre 324 Conſtantinopel, mit kai⸗ ſerlichem Glanze umgeben, auf der Stelle des dürfti⸗ gen Byzanz erhob, zeigte dieſe Stadt ſchon im Augen⸗ blicke ihres Entſtehens und mitten in ſeinem erborgten Schimmer, wie geſagt, einige Merkmale von dem na⸗ hen Verfalle, dem die damalige gebildete Welt in den Gränzen des roͤmiſchen Reiches unmerklich entgegen⸗ eilte; es waren nur wenige Jahrhunderte vonnöthen, um jene Vorbedeutungen vollſtändig zu bewahrheiten.