36 kunſt ſeiner Kirchen und Pallaͤſte, trotz ſeiner Mar⸗ morbruͤche und ſeiner ungeheuern Schaͤtze, muß der Kaiſer, welcher dieſe Stadt gruͤndete, ſelbſt eingeſehen haben, daß, obwohl ihm alle dieſe reichen Materia⸗ lien zu Gebote ſtanden, doch nur durch des Menſchen Geiſt, durch ſeine Verſtandeskraͤfte, welche die Alten zur hoͤchſten Stufe erhoben hatten, dieſe Mein c⸗ werke des Genies geſchaffen worden waren, welche die Beobachter mit Staunen und Bewunderung er⸗ fuͤllten. Die Macht des Kaiſers konnte wohl andere Staͤdte ihrer Bildſaͤulen und Kunſtwerke berauben, um damit ſeine neue Hauptſtadt auszuſchmuͤcken. aber die Maͤnner, welche große Thaten vollbracht und die faſt ebenſo Achtbaren, welche die Thaten der Erſte⸗ ren dr Dichtkunſt, Malerei und Muſik verherrlicht haben, en nicht mehr. Das Volk, obwohl noch immer das aufgeklaͤrteſte der Welt, hatte aber jenen Zeitraum der Bildung uͤberlebt, wo eine gerechte Nuhmliebe die alleinige oder hauptſachliche Belohnung der Werke des Geſchichtſchreibers oder Dichters, des Malers oder Bildhauers ausmacht. Die despotiſche und willkuͤhrliche im Reiche eingefuͤhrte Verfaſſung und Verwaltung hatte ſeit langen Zeiten gaͤnzlich jenen freien Geiſt erſtickt, welcher einſt die freien Geſchichtſchreiber Rom's beſeelte, und von dem nur noch ſchwache Erinnerungen uͤbrig geblieben waren, die keinen Wetteifer mehr zu erregen vermochten. Um das Gleichniß von einem belebten Gegenſtande
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