Teil eines Werkes 
15. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 1. Bändchen (1826)
Entstehung
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die gegen Nord⸗Oſt von einer Hecke vonz Stechpalmen mit glaͤnzenden Dornen beſchuͤtzt war, wo Du in heite⸗ ren, kalten Wintertagen Dich der erwaͤrmenden Son⸗ nenſtrahlen erfreuen kannſt. Ich weiß, daß Du, Alan, das Alles gls ſchlecht und alt verwerfen wirſt, denn ſeit⸗ dem Landſeer die Anlagen zu Leaſowes beſchrieben und von Brown's Nachahmung der Natur geſchwatzt hat, und ſeitdem Horacius Walpole ſeine Verſuche uͤber den Gar⸗ tenbau bekannt machte, biſt Du nur fuͤr einfache Natur⸗ anlagen verdammſt es, Terraſſen in freyer Luft auf⸗ zufuͤhren, und findeſt nur an Waldern und Wildniſſen Wohlgefallen. Aber ne quig nimis. Ich moͤchte frei⸗ lich großartige Naturſchoͤnheiten nicht durch kuͤnſtliche Anlagen verderben, wo aber die Lage keine beſondere Schoͤnheiten darbietet, da ſind ſie, glaube ich, an ih⸗ rem Platze.

Häͤtte ich alſo ein Landhaus(wer weiß, wie lang es bis dahin noch dauert?) ſo wirſt Du Grorten, Waſſer⸗ faͤlle und Springbrunnen ſehen, ja wenn Du mich mit Widerſpruch aͤrgerteſt, ſo koͤnnteſt Du mich ſogar daſi bringen, einen Tempel hin zu bauen reitze mich alſo nicht.. den Du ſiehſt, zu welchen ungeheuern Dingen ich faͤhig bin.

Wann Du auch, Alan, allen uͤbrigen Grund und Boden meines Freundes Geddes als Kuͤnſteleien ver⸗ dammt haͤtteſt, ſo hat er doch ſcharf am Rande des Stro⸗ mes einen Weidengang, ſo duſter, ſo feyerlich, ſo ſtille, daß er Deine Bewunderung erzwungen haͤtte. Der Bach, am aͤußerſten Ende des Guts, durch einen natuͤr⸗ lichen Damm oder Felſenſchleuſe eingeengt, ſchien, ſelbſt angeſchwollen wie er war, kaum ſauft dahin zu gleiten, und die blaſſe Trauerweide ſammelle, um ihre in den Strom hinab haͤngende Aeſte, kieine Kronen von Schaum, die der fruͤher reißende Fluß hieher fuͤhrte. Kaum ſah man durch die Aeſte die hohen Felſen des jen⸗ ſeitigen Ufers, deren bleiche, glaͤnzende Stirn mit lan⸗ gen Hecken von wilden Roſen und anderen niederen