12²
doch wuͤßten ſie nicht, wenn der Tod herannahe; und wenn man ihnen nur ein ertraͤgliches, angenehmes Le⸗ ben verſchaffe, ſ. truͤge man zu ihrem Gluͤcke ſo viel bei, wie die Bedingung ihres Daſeyns erlaube.
Ich bin nicht ganz ihrer Meinung, Alan, ich glaube weder Schweine noch Gefluͤgel wuͤrden zugeben, daß das beſtimmte Ende ihres Daſeyns waͤre, getoͤdtet und ge⸗ geſſen zu werden. Doch beruͤhrte ich den Punkt nicht wei⸗ ter, dem meine Quaͤkerinn entſchluͤpfen wollte, denn als ſie mich in das Pflanzenhaus fuͤhrte, das geraͤumig und mit den ſeltenſten Pflanzen verſehen war, zeigte ſie mir einen Vogelbauer, der am aͤußeren Ende ſtand, deſſen Bewohner ſie verſorgte, ohne, wie ſie ſaͤgte, von den traurigen Gedanken au ihre Zukunft geſtoͤrt zu werden.
Ich will Dich mit keinem Berichte von den verſchie⸗ denen Treibhaͤuſern und Gaͤrten und ihrem Inhalte be⸗ laͤſtigen. Es muß wahrlich keine geringe Summe Gel⸗ des verwendet worden ſeyn, um ſie in dieſem ausgezeich⸗ neten Grade von Ordnung aufzubauen und zu erhalten. So viel ich hoͤrte, war die Familie mit der des beruͤhm⸗ ten Millar bekannt, und hatte von dieſer den Geſchmack am Blumen⸗ und Gartenbau angenommen. Statt aber botgniſche Namen zu radebrechen, will ich Dich lieber in den Luſtgarten fuͤhren, den Joſug oder ſein Vater ge⸗ ſchmackvoll zwiſchen Haus und Garten angelegt hat. Auch dieſer war, im Sigenihs zu der ſonſt vorherrſchenden 3 Einfachheit, ungewoͤhnlich verziert. Da gab es verſchie⸗ dene Partien, welche aber ſo gut verbunden waren, daß die ganze Flaͤche, die nicht groͤßer als 5— 6 Acker Lan⸗ des war, wohl viermal ſo groß ſchien. Die Zwiſchen⸗ raume enthielten dichte Alleen und offene Spaziergaͤnge, einen ſehr huͤbſchen, kuͤnſtlichen Waßferfall, und einen Springbrunnen, der einen bedeutenden Bogen beſchrieb, und in deſſen Stroͤme die Sonnenſtrahlen einen beſtaͤn⸗ digen Regenbogen bildeten. Da fand man ferner ein Laube Cabinet, wie es die Franzoſen nennen, um ſich in der Hitze des Sommers abzukuͤhlen, und eine Terraſſe,


