10²
„uUm ſo viel weniger,“ antwortete mein Gefäͤhrte, „als das, glaube ich, das erſte Mal iſt daß er einen Fremden in ſeinem Hauſe aufnahm; naͤmlich, wenn Du wirklich die Nacht bei ihm zubrachteſt.“
„Warum zweifelt Ihr daran?“ erwiederte ich, „welchen Grund koͤnnte ich haben Euch hintergehen zu wollen? auch iſt ja die ganze Sache der Muͤhe nicht werth.“
„Sey nicht boſe auf mich,“ ſagte der Quaker, „aber Du weißt, daß Dein eignes Volk ſich nicht an die einfache Wahrheit bindet, wie wir es in der De⸗ muth unſeres Herzens zu thun ſtreben, ſondern daß es die Sprache der Falſchheit nicht allein ſeines Nutzens, ſondern auch der Hoflichkeit, la manchmal ſogar des bloßen Zeitvertreibs wegen, gebraucht. Ich habe man⸗ cherlei Geſchichten von meinem Nachbar gehort von denen ich freilich nur wenigen Glauben ſchenke, doch ſind auch dieſe ſchwer in Einklang zu bringen. Da ich aber jetzt zum erſten Mal hoͤrte, daß er einen Frem⸗ den in ſeine Wohnung aufnahm, ſo konnte ich einen Zweifel nicht unterdruͤcken. Ich bitte Dich, laß es Dich nicht beleidigen.“
„Er ſcheint,“ ſagte ich,„nicht eben ſehr reichlich: die Mittel zur Ausuͤbung der Gaſtfreundſchaft zu be⸗ ſitzen, und folglich duͤrfte er wohl zu entſchuldigen ſeyn, wenn er ſie in gewoͤhnlichen Fallen nicht anbietet.“
„Das heißt ſo viel mein Freund,“ erwiederte Jo⸗ ſua,„als Du haſt ſchlecht zu Nacht gegeſſen und wahr⸗ ſcheinlich noch ſchlechter gefruͤhſtuͤckt. Nun liegt uns aber mein kleines Wirthſchaftsgebaude, Mount Sharon genannt, zwei Meilen naͤber als Dein Gaſthaus und obgleich Dein Weg weiter iſt wenn Du mich dahin begleiteſt, als der gerade Weg nach Shepherd's Buſch, ſo denke ich, wird Bewegung denen jungen Gliedern ſo wenig ſchaden, wie ein vollſtaͤndiges gutes Mahl Deinem Appetit. Was ſagſt Du dazu, mein junger Bekannter?“. 5
„Wenn es Euch nicht ſtoͤrt,“ erwiederte ich, denn


