Teil eines Werkes 
15. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 1. Bändchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

achzend, wenn alle Anſtrengungen, ſich herauszuhel⸗ fen, ihm bey jeden unbehuͤlftlichen Verſuch noch tieſer hineinſtuͤrzen, bis irgend jemand— ich ſelbſt zum Beiſpiel— Mikleid mit dem klagenden Ungeheuer bekam, und es mit Haut und Haaren herauszog. Was mich betrifft, ſo iſt, wenn es moͤglich waͤre, mein Bild noch ſcandaloͤſer in das Carikaturartige ge⸗ zogen. Ich habe uur wenig oder keinen Geiſt mich auf⸗ recht zu erhalten. Wo kannſt Du mir das geringſte Merkmal des feigen Gemuths zeigen, mit welchem Du

mich, wie ich glaube, blos deswegen begabſt, um die

ſichere und gleichfoͤrmige Waͤrde Deiner eigenen thoͤrich⸗ ten Gleichguͤltigkeit in ein helleres Licht zu ſtellen? Sah'ſt Du mich je zittern, ſo gieng es mir wie jenem alten ſpaniſchen General, mein Korper zitterte nur vor der Gefahr, in welche mein Geiſt ihn fuͤhren wollte. Im Ernſt, Alan, die Armuth des Geiſtes, welche Du mir andichteſt, iſt eine niedrige Anklage Deines Freundes. Ich habe mich ſo ſtreng als moͤglich gepruͤft, indem ich mich wirklich ein wenig gekraͤnkt daruͤber fuͤhle, daß Du mich ſo hart beurtheilſt, und, bei meiner Ehre, ich ſinde kei⸗ nen Grund dafur. Ich geſtehe ein, daß Du vielleicht an Feſtigkeit und Gleichguͤltigkeit des Gemuͤths einige Vorzuͤge vor mir beſitzen magſt, aber ich wuͤrde mich ſelbſt verachten, waͤre ich mich des Mangels an Muth bewußt, den Du mir gar zu gerne andichten moͤchteſt. Aber ich denke, der unſreundliche Wink hat ſeinen Grund nur in der allzugroßen Vorſorge meines Freundes fuͤr

. .