Teil eines Werkes 
98. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 4. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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im Verdachte, einer von den Mitverſchworenen gewefen 38 ſeyn; und man glaubte allgemein, daß ein verwegener und ſittenloſer Rerwandter von ihm, mit Namen Archibald Douglas, Pfarier von Glasgow, einer von den wiklichen Moͤrdern war. Waͤhrend auf Morton ſelbſt dieſer Verdacht ruhte, ſcheint fein Glaube auf keinem andern Grunde, als auf Bothwells Aeußerungen, bernht zu haben: da er zusiebt, daß Bothwell ihm nie irgend eine von der Koͤnigin eigenhaͤn⸗ dig unterzeichnete Vollmacht vorgezeigt habe, obſchon er es ihm verſprochen habe. Es ſcheint wahrſcheinlich, daß Mait⸗ land von Lethington ebenfalls um das unheilvolle und verbre⸗ cheriſche Geheimniß wußte. Morton und er waren jedoch beide Maͤnner von tiefer Einſicht. Sie ſahen vorher, daß Bothwell ſich und vielleicht auch die Koͤnigin der Nation durch die finſtere und blutige Handlung, die ſie im Schilde fuͤhr⸗ ten, verhaßt machen werden, und beſchloſſen deswegen, ſei⸗ nen Abſichten kein Hinderniß in den Weg zu legen, hoffend⸗ daß ihn ein baldiger Sturz uͤbereilen, und ſie ſelbſt die hoch. ſte Gewalt werden an ſich reißen koͤnnen.

Waͤhrend dieſe Plaͤne gegen ſein Leben im Werke waren, erkrankte Darnley in Glasgow, und es zeigte ſich, daß ſeine Krankheit in den Kinderblattern beſtand. Die Koͤnigin

ſchickte ihren Arzt, beſuchte ihn nachher in eigener Perſon, und es kam eine anſcheinende Ausſoͤhnuͤng zwiſchen ihnen zu Stande. Sie kamen den 31. Januar 1566 67 miteinander nach Edinburgh. Der Koͤnig wurde in ein Kloſter, die Feld⸗ kirche genannt, vor den Mauern der Stadt, gebracht. Die Koͤnigin und der junge Prinz nahmen ihre Wohnung in dem

Palaſte Holirvod. Der Grund, den man fuͤr dieſe Abſonde⸗

rung angab, war die Abſicht, das Kind vor der Gefahr, von