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der Krankheit ſeines Vaters angeſteſteckt zu werden, zu bewah⸗ ren. Allein die Koͤnigin legte große Aufmerkſamkeit gegen ihren Gemahl an den Tag, und beſuchte ihn haͤufig; ſo daß ſie nie in beſſerem Vernehmen mit einander geſtanden zu ha⸗ ben ſchienen, als in dem Zeitpunkte, in welchem die Ver⸗
ſchwoͤrung gegen Darnley's Leben ihrer Ausfuͤhrung nahe war. Inzwiſchen waren Darnley und ſein Kammerdiener allein und abgeſondert von jeder andern Perſon, als folgende furchtbare Vorkehrungen getroffen wurden.—
Am Abend des 9. Februar begaben ſich verſchiedene Per⸗ fonen, Verwandte, Anhaͤnger und Diener des Grafen von Bothwell im Geheimen nach der Feldkirche. Sie hatten eine große Menge Schießpulver bei ſich; und vermittelſt falſcher Schluͤſſel drangen ſie in den Keller des Gebaͤudes, wo ſie das Pulver in den Gewoͤlben unter Darnley's Gemach, und be⸗ ſonders unter ſeiner Bettſtelle, niederlegten. Vor zwei Uhr nach Mitternacht am folgenden Morgen kam Bothwell ſelbſt, in ein Reitkleid gehauͤllt, um Zeuge der Ausfuͤhrung des grauſamen Plans zu ſeyn. Zwei von ſeinen Schuften gien⸗ gen hinein, und zuͤndeten ein Stuͤck oon einem langſan nende Schwefelfaden an dem einen Ende an,
das andere in das Schießpulver legten. Sie w den Erfolg einige Zeit lang ab, und B ſo unge⸗ duldig, daß man ihn nur mit M das Haus
zu gehen, um zu ſehen, ob das Lich rgend ei⸗ nen Zufall erloſchen war. Einer ſeiner Mitbe ſchworenen überzeugte ſich, durch ein Fenſter blickend, daß es noch brannte. Die Exploſon erfolgte augenbli klich, die Feidkir⸗ che flog in die Luft, und die ganze Stadt gerieth in Be⸗ Ruͤrzung. Darnley's Leichnam wurde in dem außoohßenden


