Teil eines Werkes 
98. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 4. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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angenehm ſeyn, wenn ſie von ihrer Verbindung mit dieſem unvernuͤnftigen und boͤsartigen jungen Mann befreit werden koͤnnte.

Der erſte Vorſchlag, der ihr gemacht wurde, war der, ſie ſolle ſich von Darnley durch eine Eheſcheidung trennen. Bothwell, Maitland, Morton und Murray ſollen die Koͤni⸗ gin, die ſich damals in Craigmillar Caſtle, in der Naͤhe von Edinburgh, aufhielt, zu dieſem Vorſchlage zu bewegen geſucht haben, allein ſie verwarf ihn hartnaͤckig. Eine fin⸗ ſtere Verſchwoͤrung wurde hierauf, zur Ermordung des un⸗ gluͤcklichen Darnley, angezettelt; und Bothwell ſcheint nicht ſehr gezweifelt zu haben, daß Maria, auf dieſe Art von ei⸗ nem unerwuͤnſchten Gemahle befreit, ihn zu ſeinem Nachfol⸗ ger waͤhlen werde. Er ſprach mit dem Grafen von Morton uͤber Darnley's Wegſchaffung, und ſtellte ſie als ein Unter⸗ nehmen dar, das den Beifall der Koͤnigin habe. Morton weigerte ſich, an einer ſo wichtigen Sache Theil zu nehmen, bis er ein von der Koͤnigin unterzeichnetes Mandat erhalten wuͤrde. Bothwell verſprach ihm eine ſolche Vollmacht zu verſchaffen, hielt aber ſein Wort nie. Dieß geſtand Morton bei ſeinem Tode. Als der Geiſtliche, dem er beichtete, ihn fragte, warum er die Verſchwoͤrung nicht durch die Bekannt⸗ machung derſelben verhindert habe, erwiederte er:er habe die Sache niemand mit Sicherheit mittheilen konnen. Die Koͤnigin, ſagte er,war ſelbſt in dem Komplot; und wenn ich Darnley davon in Kenntniß geſetzt haͤtte, ſo war ſeine Narrheit ſo groß, daß ich uͤberzeugt bin, er wuͤrde es ſeinem Weibe verrathen haben, und ſo wuͤrde mein Untergang un⸗ vermeidlich geweſen ſeyn Allein obſchon er nicht weiter an⸗ erkannte, als ich dir geſagt habe, ſo ſtand doch Morton ſtets