Teil eines Werkes 
98. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 4. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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rauhen Stuͤrmen und der ungeſtuͤmmen Politik ihres Geburts⸗

lands zu vertauſchen.

Maria ſegelte von Frankreich den 15. Aug. 1561 ab. Die engliſche Flotte war auf der hohen See, und es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß ſie die Abſicht hatte, die Koͤnigin der Schotten als eine Nachbarin, deren Ruͤckkehr Eliſabeth fuͤrchtete, aufzufangen. Von aͤngſtlichen Ahnungen erfuͤllt, blieb die Koͤnigin auf dem Verdecke ihrer Galeere, nach den Kuͤſten Frankreichs brickend. Der Morgen fand ſie in derſel⸗ ben Stellung; und als die franzoͤſiſchen Kuͤſten ihrem Anblick

entſchwanden, rief ſie traurig aus:Lebewohl, lebewohl,

gluͤckliches Frankreich; ich werde dich nie wiederſehen!

Sie fuhr an der engliſchen Flotte unter dem Schutze ei⸗ Nebels voruͤber, und kam den 20. Auguſt in Leith an, wo wenige oder gar keine Anſtalten zu ihrem Empfange getroffen worden waren. Diejenigen Edelleute, welche ſich in der Hauptſtadt befanden, beeilten ſich, ſie zu empfangen, und nach Holyrood, dem Palaſte ihrer Vorfahren, zu geleiten. Es wurden Roſſe abgeſchickt, um ſie und ihr Gefolge nach Edinburgh zu bringen; allein es waren elende Klepper und hatten ein ſo zerlumptes Geſchirr, daß die arme Maria, wenn ſie an die glaͤnzenden Prunkroſſe und reichen Gemaͤcher an dem franzoͤſiſchen Hofe dachte, ſich der Chraͤnen nicht er⸗ wehren konnte. Das Volk war jedoch, auf ſeinem Wege, er⸗ freut ſie zu ſehen, und ungefaͤhr hundert Buͤrger von Edin⸗ burgh, von denen ein jeder ſein Moͤglichſtes auf einer mit drei Saiten beſpannten Geige that, ſpielten die ganze Nacht vor ihrem Fenſter, als Willkommen, eine polternde Serena⸗ de, die ſie des Schlafs nach ihrer Ermuͤdung beraubte. Sie nahm die Sache jedoch, wie ſie gemeint war, und druͤk⸗

T. Seott's Werke. XCVIII. 6