. 78 8—— ſich unſchicklich fuͤr ihr Amt, und führe natuͤrlich zu einer unerlaubten Herrſchaft uͤber das Gewiſſen der Menſchen, was der Hauptgraͤuel der roͤmiſchen Kirche geweſen ſey. Der weltliche Stand Schottlands und beſonders der hohe Adel ſah mit Vergnuͤgen die Bereitwilligkeit der Geiſilichen, allen ihren Anſpruͤchen auf weltlichen Rang und weltliches Anſe⸗ hen, worauf die roͤmiſch⸗kathol ſche Geiſtlichkeit beharrt hat⸗ te, zu eniſagen; und betrachtete ihre ſelbfeverlettgnende Ab⸗ ſchwoͤrung von Diteln und weltlichen Geſchaͤften als einen Grund, den Unterhalt, den ſie von den Fonds der Kirche beziehen ſollten, auf die möglichſt kleine Summe einer jaͤhr⸗ lichen Beſoldung zu beſchranken, waͤhrend ſie den Ueberreſt ſich ſelbſt ohne Bedenklichkeit aneigneten. 3
Es war nun noch uͤber den Reichthum zu verfuͤgen, deſ⸗
ſen ſich fruͤher die katholiſche Geiſtlichfeit erfreutt hatte, die im Beſitze der Haͤlfte der Landeinkuͤnfte Schottlands geweſen ſeyn ſoll. Knox und die üͤbrige reformirte Geiſtlichkeit hat⸗ ten einen Plan zu der anſtaͤndigen Unterhaltung einer Natio⸗ nalkirche, vermittelſt jener ausgedehnten Laͤndereien entworfen, und machten den Vorſchlag, der Ueberreſt ſocke auf Spitaͤler, Schulen, tniverſttaͤten und Unterrichtsgrätze verwendet wer⸗ den. Allein die Lords, welche ſich der Einkaͤnfte der Kirche bemaͤchtigt hatten, waren entſchloſſen, ihre Beute nicht aus den Haͤnden zu geben, und die, welche bei der Vernichtung des Papßthums am thaͤtigſten gewefen waren, waren wunder⸗ bar kalt, als man ihnen den Vorſchlag machte, die Laͤnde⸗ reien, deren ſie ſich zu ihrem eigenen Gebrauche bemaͤchtigt
hatten, abzutreten. Der Plan des John Knox war, ſagten ſie,„eine fromme Einbildung,“ eine Grille, welche die gu⸗ ten Abſichten des Predigers zeigte, allein unmoͤglich ausge⸗ kührt werden konnte.


