70 Bullens, gegeben hatte, ſo behaupteten die Katholiken, Eli⸗ ſabeth müſſe als ungeſetzmaͤßig betrachtet werden, und koͤnne deßwegen kein geſetzliches Recht auf den Thron haben, der, ta Heinrich VII. kein anderes Kind habe, der Koͤnigin Ma⸗ ria von Schottland, als der Enkelin Margarethens, Hein⸗ richs Schweſter, der Gemahlin Jacob's IV. von Schottland, und, ihrer Anſicht zu Folge, der naͤchſten geſetzmaͤßigen Er⸗ bin, zufallen muͤſſe.
Der franzoͤſiſche Hof, der nicht bedachte, daß die Eng⸗ laͤnder ſelbſt fuͤr die beſten Richter in Betreff der Anſprüche ihrer eigenen Koͤniginnen gehalten werden muͤſſen, beſchloß in einer boͤſen Stunde, dieſen Anſpruch der ſchottiſchen Lönidin auf die engliſche Krone geltend zu machen. Es wurde Geld gepräͤgt, und Silbergeſchirr verfertigt, auf welchem Moria mit ihrem Gemahle Franz, dem Dauphin, den Namen, Ti⸗ tel, und das Wappen Englands, wie Schottlands, annahm; und ſo wurde der erſte Grund zu jenem toͤdtlichen Haſſe zwi⸗
ſchen Eliſabeth und Maria, der, wie du naͤchſtens hoͤren wirſt,
zu ſo ungluͤcklichen Folgen fuͤhrte, gelegt.
Albs die Koͤnigin Eliſabeth fand, daß Frankreich geneigt war, ihr Recht auf die Krone Englands zu beſtreiten, ſchick⸗ te ſie ſich an, daſſelbe mit dem ganzen Muthe und der Klug⸗ heit ihres Charakters zu vertheidigen. Ihre erſte Sorge war, die reformirte Religion wieder auf den Fuß zu ſtellen, auf den Eduard VI. ſie geſetzt hatte, und die roͤmiſch⸗kalholiſche Einrichtungen, welche ihre Vorgaͤngerin Maria wieder einzu⸗ kühren gefucht hatte, zu vernichten. Wie die Katholiken Frankreichs und Schottlands ihre natuͤrlichen Feinde waren, und die Anſprüche der Koͤnigin Maria uͤber die ihrigen zu erheben ſuchten, ſo war ſie uͤberzeugt, in den Proteſtanten Schottlands Freunde zu finden, die nicht ermangeln kennten,
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