42
te er ernſtlich eine perſoͤnliche Zuſammenkunft mit ſeinem Neffen im Norden von England.
Man hat Urſache zu glauben, daß Jakob einmal den Lehren der Reformation ein wenig geneigt war, wenigſtens
munterte er einen ſchottiſchen Dichter, mit Namen Sir Da⸗
vid Lindeſay of the Mount, ſo wie den berühmten Gelehrten
Georg Buchanan auf, einige beißende Satyren gegen die
Verdorbenheit der roͤmiſch⸗katholiſchen Religion zu verfaſſen; allein deſſen ungeachtet war der Koͤnig keineswegs geneigt, ganz von der roͤmiſchen Kirche abzufallen. Er fürchtete die Macht Englands, und den rauhen, gewaltthaͤtigen und un⸗ geſtuͤmen Charakter Heinrichs, der ſeinen Neffen durch die unkluge Heftigkeit, mit der er ihn zur Nachahmung ſeiner Schritte aufforderte, aͤrgerte. Beſonders nothwendig aber fand Jakob die Anhaͤnglichkeit an den roͤmiſch⸗katholiſchen Glauben, wegen der Geſchicklichkeit, Einſicht und Gelehrſam⸗ keit der Geiſtlichkeit, der weit faͤhiger war, Staatsaͤmter zu
bekleiden und ihm in der Verwaltung oͤffentlicher Geſchaͤfte
beizuſtehen, als der Adel, der ſowohl unwiſſend als ſtolz, anmaßend und ehrſuͤchtig war.
Der bereits erwaͤhnte Erzbiſchof Beaton, und ſein Neffe
David Beaton, der nachmals zum Cardinal erhoben wurde, ſtiegen hoch in Jakobs Gunſt; und ohne Zweifel wurde der Einſluß, den ſie auf den Geiſt des Koͤnigs hatten, dazu an⸗ sgewendet, ihn von der Befolgung des Beiſpiels ſeines Oheims Heinrich in religiöſen Angelegenheiten abzuhalten.
Derſelbe Einfluß mochte ihn auch bewegen, eher ein Buͤndniß mit Frankreich, als mit England zu ſuchen; denn es war natuͤrlich, daß die katholiſche Geiſtlichkeit, mit der Jakob ſich berieth, durch allo in ihrer Macht ſtehenden Mit⸗
tel jede Annaͤherung zu einem engen Buͤndniſſe mit Heinrich,


